Antipodes Musikserver EX

Das erste in Deutschland verfügbare Modell des neuseeländischen Herstellers Antipodes haben wir uns genauer angesehen. Der Musikserver EX inklusive eigenem DAC ist ab sofort zum UVP von 4.600 EUR verfügbar. 

Lieferumfang

Ausgeliefert wird der EX mir einer englischsprachlichen Quick Start Anleitung, einem Netzwerk- und einem Stromkabel. Die benötigten HDDs oder SSDs sind je nach Kundenwunsch genauso wie die Softwarelizenzen für Roon oder HQ-Player im Lieferumfang enthalten und bereits vorkonfiguriert. Eine Bedienungsanleitung finden Sie hier.

antipodes musikserver ex verpackung inhaltAntipodes Musikserver EX Verpackungsinhalt

Wir sind schon ein klein wenig stolz darauf, die ersten in Deutschland verfügbaren Antipodes Musikserver anbieten können. Hierzulande ist der neuseeländische Hersteller von Musikservern noch recht unbekannt. Da stellt man sich als erstes die Frage: hat die HiFi Welt tatsächlich auf einen neuen Anbieter von Musikservern gewartet, die gibt es doch schon von AMI HiFi bis Xodos wie Sand am Meer. 

Die Antwort lautet ganz eindeutig "ja". Und zwar, weil ich keinen flexibleren Musikserver kenne. Völlig egal welche Softwarelösung Sie bevorzugen, ob Roon, Logitech Media Server, MPD, DLNA, HQ-Player oder Plex. Die Antipodes Musikserver sind echte Tausendsassas und bieten alle Medien von Musik über Fotos bis zu Filmen im Netzwerk zum Streamen an.

Dabei bleibt die Konfiguration durchaus überschaubar, zumal der EX immer vorkonfiguriert an den Kunden geliefert wird. Im Beratungsgespräch wird die passende Konfiguration abgestimmt und der Kunde kann dann sofort loslegen. Selbstverständlich kann die Konfiguration später jederzeit vom Kunden selbst geändert werden. So kann man z.B. anfangs den kostenlosen Logitech Media Server nutzen, der auch bei den Innuos Musikservern genutzt wird. Ist der Geldbeutel wieder gefüllt, kann man dann die kostenpflichtige Roon Core Software aktivieren und zum guten Schluss noch den Roon Player durch den HQ-Player ersetzen, um auch noch das letzte Quäntchen Klangqualität aus dem EX herauszukitzeln.

Natürlich hat der EX noch andere Tugenden parat. Persönlich gefallen mir Geräte, die in einem kleinen aber feinen Gehäuse alles unterbringen, was gebraucht wird. Das Gehäuse des EX ist von der Haptik her wirklich gelungen, da könnten sich andere Hersteller ruhig ein Beispiel nehmen. Aus massivem Aluminium, verfügbar in silber und schwarz und gekühlt für lautlosen Betrieb, was kann man mehr erwarten?

Anschlusspanel

antipodes musikserver ex rueckseite 01Antipodes Musikserver Rückseite mit Anschlusspanel

Die mehr als ordentliche Verarbeitung des EX zeigt sich auch auf seiner Rückseite. Dort wo andere Musikserver einfach die Anschlusspanels des Mainboards mit einem billigen vorgestanzten Blech ins Gehäuse integrieren, zeigt sich beim EX die gleiche Qualität wie beim Rest des Gehäuses. Passgenau aus einem Alublech herausgefräst und sauber entgratet. Weswegen ich das erwähne? Weil ich mir letztens an messerscharfen Kanten eines italienischen Edelgerätes ordentlich in die Finger geschnitten habe. Wem das mal passiert ist, der freut sich, wenn andere Hersteller hier mehr Sorgfalt an den Tag legen. 

Das Anschlussplanel besteht aus folgenden Komponenten:

  • Ein- Ausschalter mit Sicherung und wechselbar zwischen 220V und 110V
  • Kaltgerätebuchse für die Stromversorgung
  • Zwei Slots für HDD oder SSD Speichermedien
  • Ein USB Audioausgang mit 5V Stromversorgung
  • Ein USB Audioausgang ohne 5V Stromversorgung
  • USB3 Ports zum Datenaustausch
  • Ein Netzwerkport zum Anschluss an den Router
  • Ein Netzwerkport um andere HiFi Geräte über den EX ins Netzwerk einzubinden
  • Zwei unsymmetrische analoge Cinchausgänge des im Mainboard integrierten DACs

Das Konzept der internen Speichermedien ist durchaus unkonventionell gelöst:
Die 2,5" Festplatten oder SSDs werden einfach in die beiden vorgesehenen Schächte geschoben, rasten dann ordentlich ein und sind bereit vom Support per Fernwartung ins Betriebssystem eingebunden zu werden. Anfangs war ich schon skeptisch, ob das gut funktioniert. Aber als die erste SSD fest im Slot einrastete und sich problemlos integrieren lies, fand ich das recht kundenfreundlich gelöst. Keiner zahlt gerne wie bei anderen Herstellern Mondpreise für SSDs. Er kauft die einfach zum ganz normalen aktuellen Marktpreis und kann die ohne ein Gehäuse zu öffnen selbst installieren. Die Einbindung ins Unix Betriebssystem erfolgt dann per Fernwartung vom Händler.

Einziger Kritikpunkt ist, dass die großen 2,5" HDDs wie die 5 TByte große Seagate zu dick für den Schacht sind. Aber dafür können zwei SSDs oder HDDs eingebaut und zu einem großen gemeinsamen Volume gemountet werden. 
Trotzdem hätten 2*5TByte gerade für die Nutzung als Filmserver schon einen gewissen Reiz, oder?!

Innenaufbau

Auch die inneren Werte des EX können durchaus überzeugen. Ein hochwertiges lineares Netzteil, ein auf Audio getrimmtes Mainboard und der interne DAC macht den EX zur vollwertigen HiFi Komponente.

antipodes musikserver ex innen 02Antipodes Musikserver EX Innenansicht

Schön zu erkennen ist oben links die eigene Stromversorgung für den Audio USB Ausgang. Dabei geht Antipodes noch kompromissloser als Innuos vor und spendiert dem EX zwei USB Ports. Einmal mit 5V Stromversorgung und einmal ohne. Damit reduzieren sich die Störeinflüsse für den per USB angeschlossenen DAC deutlich. 

Klangqualität

Die große Überraschung für mich ist der im Mainboard integrierte DAC. Der entpuppt sich als durchaus musikalisch und ist mehr als nur ein Giveaway. Zusammen mit dem BAT VK-3000 Vollverstärker und den hORNS FP12 ergibt sich eine wirklich hochwertige, emotionale Wiedergabe, die mich sofort in die Musik eintauchen lässt.

Hier zeigt es sich wieder, dass Vermeidung von hochfrequenten Störungen und eine hochwertige Stromversorgung der Schlüssel zu emotional ansprechenden digitalen Musikanlagen ist. Vor Jahren bescherte das Ralf Koschnicke einen fulminanten Start vom Toningenieur zum hochgeachteten Hersteller von digitalen HiFi Komponenten. 

Ergänzt man den EX mit afi USB, dac2 und afi PSU von artistic fidelity, erfährt man allerdings auch, wie viel Potential noch im EX steckt, das gehoben werden kann. Allerdings muss man dafür mit knapp unter 5.000 EUR schon recht tief in die Tasche greifen.

Das sympathische am EX ist, das man mit dem Basisgerät für 4.600 EUR wirklich musikalisch gut ausgestattet ist, aber auch genügend Luft nach oben hat, wenn der Geldbeutel fürs schönste Hobby der Welt wieder für klangsteigernde Investitionen gefüllt ist. 

Wie geht es hier weiter?

Für die Antipodes Musikserver veröffentlichen wir hier kleine Tutorials sowie Tipps und Tricks. Möchten Sie auf dem Laufenden bleiben? Dann tragen Sie sich für unseren Newsletter ein.