Innuos Musikserver ZENmini Mk3

Endlich eingetroffen: der kleinste Spross aus der Familie der Innuos Musikserver, überraschenderweise mit der umfangreichsten Ausstattung:

Neben dem bei Innuos üblichen Audio USB Ausgang bietet er S/PDIF und TOSLINK Ausgänge. Als einziges Modell besitzt er zusätzlich einen integrierten DAC, kann also direkt an Aktivlautsprecher oder Verstärker angeschlossen werden. Die kleine HiFi Anlage wäre dann schon komplett. 

Wir sind gespannt, wie der "Kleine" sich im Vergleich schlägt und vor allem, wie der integrierte DAC klingt. 

Der Innuos ZENmini Mk3 wird standardmäßig mit einem externen Schaltnetzteil geliefert. Damit bleibt der ZENmini mit 999 EUR knapp unter der 1.000 EUR Grenze. Für einen vollwertigen Musikserver mit 1 TB Festplatte, digitalen Ausgängen und integriertem DAC ist das durchaus als preiswert einzustufen. Eigentlich sogar ein Schnäppchen, wenn man berücksichtigt, daß die Funktionalität bei allen Innuos Musikservermodellen identisch ist:

Der 999 EUR ZENmini Mk3 hat also die gleiche Funktionalität wie sein großer Bruder ZENith Mk3 für 3.399 EUR.

Das Design ist (vom schmalen 24,1 cm Format mal abgesehen) ebenfalls identisch zu den großen Modellen:

  • elegant geschliffene, massive Aluminium Front 
  • Slot-In CD-ROM Laufwerk zum Rippen von Audio CDs 
  • Ein- Ausschalter mit Betriebs-LED 

Das Gehäuse mit der Front hinterlässt einen wertigen und soliden Eindruck:

innuos musikserver zenmini mk3 front

An der Rückseite befindet sich das Anschlusspanel:

innuos musikserver zenmini mk3 rueckseite 02

Viele preiswerte Musikserver nutzen die im PC-Bereich üblichen dünnen Abdeckbleche, um die USB- und Netzwerkbuchsen vom Mainboard einzufassen. Mir ist das immer ein Graus, weil das einen billigen und zudem noch wackeligen Eindruck hinterlässt. Innuos macht sich beim ZENmini Mk3 die Mühe und fasst die Buchsen sauber in die Gehäuserückwand ein. Vielleicht nur eine Kleinigkeit, zeigt für mich aber durchaus die Liebe zum Detail. 

Links oben ist die Buchse für das Schaltnetzteil oder für die externe PSU eingelassen. Darunter von links nach rechts:

  • 4 USB 3.0 Ports mit Doppelfunktion:
    entweder als digitale Audio Schnittstelle für einen externen DAC
    oder als USB 3.0 Daten Schnittstelle für externe Datenträger (Import von Musikdateien oder Backup der internen 3,5" Festplatte)
  • eine RJ-45 Buchse um den ZENmini mit Ihrem Hausnetzwerk zu verbinden
  • eine RJ-45 Buchse über die ein anderes netzwerkfähiges Audiogerät mit Ihrem Hausnetzwerk verbunden werden kann
  • HDMI Port für Servicezwecke
    hier können Sie einen Monitor anschließen und z.B. den Bootprozess verfolgen
  • einen digital Audio COAX S/PDIF Ausgang 
  • einen digital Audio TOSLINK S/PDIF optischen Ausgang
  • zwei analoge Audio unsymmetrische Cinch Ausgänge
    rot für den rechten Kanal
    weiß für den linken Kanal

Ein Blick unter die Haube zeigt die inneren Werte:

innuos musikserver zenmini mk3 innenInnuos Musikserver ZENmini Mk3 Innenansicht

Zentral ganz vorne das TEAC Slot-In CD Laufwerk, darunter versteckt sich die 3,5" Festplatte, die mit Gummipuffern vom Gehäuse entkoppelt ist. Das minimiert die von außen hörbaren Laufgeräusche zwar deutlich. Trotzdem ist das Laufgeräusch der Festplatte außen durchaus hörbar. Wer empfindlich auf solche Laufgeräusche reagiert, sollte sich eher mit dem absolut lautlosen großen Bruder ZENith Mk3 befassen. 

Hinten rechts das Mainboard als Herzstück des Musikservers. Unter dem schwarzen Kühlblech versteckt sich der Prozessor, die USB und LAN Ports werden direkt vom Mainboard aus abgegriffen und nach außen geführt. 

Innuos hat sich für die Mk3 Serie ein spezielles, für Audio geeignetes, Mainboard ausgesucht. Im Wesentlichen wurde darauf geachtet, daß möglichst wenig HF Störungen in die Audiosignale eingestreut werden. Das hört sich erstmal einfach an, stellt einen Hersteller aber durchaus vor einige Probleme:

Die preiswerten Mainboards im Consumerbereich sind nicht nur echte HF Einstreuungsmonster, sondern werden beinahe im Quartalsrhythmus durch jeweils neue Modelle ersetzt. Wenn man zumindest über einige wenige Jahre hinweg auf gleichbleibende Qualität und Lieferfähigkeit angewiesen ist, muss man auf Industrie Mainboards zurückgreifen. Die sind natürlich deutlich teurer als die vergleichbaren Produkte aus dem Consumerbereich. 

Das eigentliche Highlight und für mich die größte Überraschung versteckt sich aber hinten links:

Da hat Innuos seinem kleinsten Modell doch tatsächlich ein selbst entwickeltes Audioboard für die digitalen Audioausgänge und den DAC spendiert. Im Preisbereich von unter 1.000 EUR ist das wirklich außergewöhnlich. Normalerweise greift man bei preiswerten Musikservern einfach auf die im Mainboard Chipsatz integrierten Funktionen zurück. Da bin ich wirklich gespannt, wie der ZENmini sich im Hörtest schlägt. 

Für das Audioboard lohnt sich ein eigenes Foto, die verwendeten Chips sind alte Bekannte, die auch in deutlich teureren Geräten Verwendung finden:

innuos musikserver zenmini mk3 dac platine

Externe PSU

Wer von Anfang an auf das Schaltnetzteil verzichten möchte und den ZENmini direkt mit der externen PSU bestellt, zahlt für das Paket 1.498 EUR und spart gegenüber dem Kauf der einzelnen Komponenten rund 50 EUR. 

innuos musikserver zenmini mk3 nur psu front

Die Kaltgerätebuchse zur Stromversorgung, der zentrale Ein-Ausschalter und die Buchse der 16 V Gleichspannung für den ZENmini sind auf der Rückseite untergebracht:

innuos musikserver zenmini mk3 nur psu rueckseite

Ein Blick in das Innere zeigt das für Innuos typische saubere Design:

innuos musikserver zenmini mk3 psu innenDie externe PSU wurde im gleichen Gehäuse untergebracht, hat also die gleiche, solide Frontplatte und das gleiche U-Chassis als Deckel.

Von der Kaltgerätebuchse geht es über einen kleinen Umweg zum Eingangsspannungs-Wahlschalter direkt zum zentral verbauten Ringkerntrafo.

Der ist nicht nur mit dem Gehäuseboden verschraubt, sondern ist auch fest mit dem Boden verklebt. Brumm- oder Vibrationsprobleme sind damit fast ausgeschlossen.

Die Gleichrichter verstecken sich etwas hinter den beiden Glättungskondensatoren, die mit viel Luft drumherum kaum Wärme ausgesetzt und damit vor Austrocknung geschützt sind. 

Von den Kondensatoren geht es direkt zur Ausgangsbuchse der PSU. 

Möchten Sie die PSU auch als lineare Stromversorgung für andere HiFi Komponenten nutzen, achten Sie bitte darauf, dass nicht mehr als 3 Ampere Strom benötigt werden. 

Funktionsumfang

Neben den digitalen und analogen Audioports bieten die Innuos Musikserver sämtliche Features, die man (neben der Klangqualität) von einem modernen Musikserver verlangen kann:

  • CD Rippen
  • Streamingdienste Tidal, Spotify und Qobuz 
  • Roon Core (Roon Server) Unterstützung 
  • Roon Bridge (Roon Player) Unterstützung 
  • Intelligente Suchfunktion
    suche z.B. nach "Wall" findet auch das Album "The Wall" und die Titelmelodie vom Film "The Wallet" 
  • Metadaten editieren (Interpret, Album, Coverbild, Titel usw.) 
  • Alben löschen 
  • Musiklibrary auf internem Speichermedium 
  • Musiklibrary erweiterbar um eine Netzwerkfreigabe z.B. von einem NAS 
  • Sicherungskopien nicht nur der Musik, sondern auch Ihrer Playlisten und Konfigurationsdaten 
  • Import von Musikdateien (am besten über USB 3.0) 
  • Export von Musikdateien (am besten über USB 3.0) 
  • Genormtes Filesystem, damit Sie Ihre Musikdaten jederzeit auch über andere Musikserver abspielen können 
  • Übernahme Ihrer Playlisten und Favoriten aus dem Streamingdienst 
  • Automatische Updatefunktion 
  • Fernwartung
    kann sich der Händler bzw. Hersteller zur Fehlerbehebung über das Internet auf den Musikserver aufschalten 
  • Playlisten über Mediengrenzen hinweg mischen
    z.B. in einer Playliste auf dem Server gespeicherte Musik und von einem Streamingdienst angebotene Titel mischen 
  • Lüfterlose, passive Kühlung 
  • Flüssige Bedienung auch bei großen Musiklibraries

Klangqualität

Um es kurz zusammenzufassen:

Der analoge Ausgang über den integrierten DAC gehört zu den Besten, die ich bisher im Preissegment bis zu 1.000 EUR gehört habe. Hier hat sich der Aufwand für das eigene Audioboard durchaus gelohnt, daran könnten sich andere Hersteller ein Beispiel nehmen.

Wenn Sie eine kleine, musikalische Anlage für Schreibtisch, Küche oder Arbeitszimmer suchen, ergänzen Sie den ZENmini einfach mit einem Paar Aktivlautsprecher z.B. der C3 oder C4 von ABACUS electronics. Wer mag, kann mit der externen PSU das letzte Quäntchen Klangqualität herauskitzeln. Die Verbesserung der Klangqualität ist für die eingesetzten gut 500 EUR durchaus beachtlich. 

Ob es sich wirklich lohnt, für den ZENmini einen externen DAC zu kaufen, wage ich zu bezweifeln. Auf der einen Seite ist der integrierte DAC dafür zu gut und auf der anderen Seite sind die digitalen Ausgänge nicht gut genug. Wenn ein bereits genutzter AV-Receiver oder Verstärker über digitale Eingänge verfügt, kann man das sicherlich ausprobieren. Ansonsten sind die größeren Brüder ZEN und ZENith doch ganz eindeutig die besseren Zuspieler für einen High-End DAC. 

Im Vergleich zum hier getesteten ZENith Mk3 zeigen sich bei der Qualität des Audio USB Ausgangs von ZENmini doch ganz deutliche Schwächen. Um den Audio USB Ausgang des ZENminis auf ein für externe D/A Wandler adäquates Qualitätsniveau zu heben, braucht man zumindest einen Signalaufbereiter wie z.B. den afi USB von artistic fidelity. Dann liegt man aber auch schon ganz nahe am Preisbereich eines ZENs oder eines ZENiths.

Auch wer einen preiswerten Einstieg in das Thema Musikserver, Streaming und digitale Musikwiedergabe sucht, ist beim ZENmini gut aufgehoben. Entscheidet man sich dann nach einiger Zeit einen audiophilen Musikserver in die Hauptanlage zu integrieren, lohnt sich der Kauf eines ZENs oder eines ZENiths. Der ZENmini zieht dann ins Arbeitszimmer, Kinderzimmer, Keller oder Küche und macht da immer noch einen guten Job. Außerdem lässt sich mit den Innuos Musikservern durchaus ein vollwertiges Multi Room Audiosystem betreiben. Der ZEN oder ZENith wird dann Server und Player für die Hauptanlage. Der ZENmini greift auf die Musikdateien des großen Bruders zu und dient dann als Player. 

Wie geht es hier weiter?

Zu den Innuos Musikservern veröffentlichen wir in unregelmäßigen Abständen News, Produktvorstellungen und Tutorials zur Installation und Bedienung. 

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